Spirituelles

„Wo ist ein Mensch, der volles Leben will und darauf aus ist, viele gute Tage zu sehen?” Wenn du auf diese Frage „Hier!“ rufst – so schreibt es der Heilige Benedikt im Vorwort seiner Regel, „dann bist du am richtigen Weg schon unterwegs….“.

„Mit Benedikt SPIRITUALITÄT erfahren“

Wenn die Welt verwirrend wird.

Seinen folgenreichen Schritt tat er ungefähr im Jahre 505. Er hieß Benedikt, stammte aus dem umbrischen Städtchen Nursia (heute Norcia ) und hatte in Rom studiert.

Fange mit dem Horchen an

Das erste Wort der Regel des Hl.Benedikt ist der Aufruf: “Horche!“. Horchen ist eine intensivere Form des Hörens:

man hört dabei konzentriert, gespannt, wach hin. Benedikt spricht vom Horchen „auf die Lehren des Meisters“ und auf die „Stimme Gottes“, er spricht vom Gehorchen. Wann hast du das letzte Mal wirklich auf dein Herz gehorcht ?

Horche, ob die Sprache wahr ist

„Wenn du tatsächlich allen Ernstes wahres und ewiges Leben suchst….(Tust du es wirklich?),

so halte deine Zunge vom Bösen zurück und sprich nicht hinterhältig mit deinen Lippen.“ Falsche, verlogene Sprache führt nach Auffassung des Hl. Benedikt zu falschem, verlogenen Leben….horche dir selber kritisch zu…

Sichte kritisch dein Inneres

(Sprechen/Tun)…sei dabei streng mit dir selbst. Das ist der erste Anspruch, die Grundlage. Spontan neigen wir eher dazu, unsere Kritik und Strenge in erster Linie auf unsre Umgebung zu richten und mit uns selbst Nachsicht zu üben.

Entgifte deinen Input

Welches Maß an Bildern, Eindrücken und Informationen erträgt der Mensch? Entgiftungsschleusen einbauen ins Leben

Bete darum, wieder horchen zu können

Benedikt versteht spirituelles Leben nicht als das Bemühen des Menschen, sich selbst zu verbessern, um dadurch den Zugang zu bestimmten Erfahrungen zu bekommen. Dabei würdest du den Zirkel des Kreisens um dich selbst nicht verlassen. Gleich im ersten Satz seines Vorwortes zur Regel erläutert er, es gehe vielmehr darum, deine Trägheit des Nicht-Horchens zu überwinden und horchend zu dem zurückzukehren, von dem du dich entfernt hast.

Achte auf die Substanz deiner Worte

„Der geschwätzige Mensch findet auf der Erde nicht die Richtung…“, bemerkt Benedikt im 7. Kapitel seiner Regel.

Unterscheide, was für dich ansteht

Willst du als spiritueller Mensch leben, so mußt du nüchtern und selbstkritisch „unterscheiden“ und entscheiden, welche Maßnahmen in deinem Leben anstehen. Das Gespräch mit anderen kann dir helfen, es ans Licht kommen und eindeutig werden zu lassen.

Suche die Gemeinschaft mit spirituell Erfahrenen

Suche also wach – und durchaus kritisch, nicht zuletzt selbstkritisch – den Anschluss an deine Gemeinschaft und den Dialog mit ihr und in ihr.

Treibe nicht alles mit, was die Welt treibt

steuere bewusst gegen das, was „man“ gerade allgemein tut und zelebriert…

Bleib auf dem Boden

Stolz macht einsam; Demut macht einfühlsam. Der Stolze ist unzugänglich; der Demütige ist verwundbar.

Stimme dich auf inspirierende Texte ein

Stimme dich auf die „Wellenlänge“ der Texte ein, die du wählst, bis sie deine eigene Seele bewegt und sie in dir schwingt.

Pflege das Lesen

…und bete zu Gott, er möge dein verhärtetes oder jedenfalls taubes Herz empfänglich machen…..hochend lesen….

Wohne achtsam bei dir selbst

Verankere dich verkostend im Sein

Im „Verkosten“ steckt der Verweis auf die sinnliche Wahrnehmung: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken…

Sei dankbar, statt zu murren

Auffallend oft – mindestens acht Mal – warnt Benedikt in seiner Regel davor, man soll doch das Murren bleiben lassen.

Therapie gegen das Murren: „Gott loben“ !

Gewinne an Format, indem du lobst

Entwickle Disziplin und Regelmäßigkeit ( RB 4 – 73 Werkzeuge der spirituellen Kunst)

 

in: Bernhardin Schellenberger, Mit Benedikt Spiritualität erfahren, Kreuz Verlag 2005

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