Die beiden Pilger Ernst und Franz berichten:

26 Okt.: Norcia beseitigt die Erdbebenspuren. Die Kirchen sind gesperrt. Nur eine Kapelle in der Krypta wird von den Benediktinern zu den Gebetsstunden geöffnet. Trotzdem ist es beeindruckend, am Benediktplatz vor der Statue zu stehen.
Die erste Etappe nach Cascia, zur Hl. Rita haben wir gut überstanden. Aber am Abend hat es ein kurzes heftiges Erdbeben gegeben.
28 Okt.: Nach Cascia sind wir zum Geburtsort der hl. Rita weitergepilgert. Sie wird in Umbrien sehr verehrt. Nächste Station war Monteleone di Spoleto, typisch am Hügel gelegen. Leider sind wegen des Erdbebens alle Kirchen geschlossen.
Heute haben wir eine Doppeletappe mit 27 km und rd 700Hm nach Poggio Bustone, das Zentrum des Franziskuswegs  gemacht. Viele Eindrücke und die gute Zusammenarbeit mit Franz bauen für die weiteren Etappen auf. 30 Okt.: Poggio Bustone, mit dem Sacro Speco des hl.Franziskus hat uns sehr berührt. Mitten in die Felsen gebaut, ein Ort der Friedens. Die Unterbringung in der Locanda bei Feliciano und das Essen von Mama waren super.
Die darauffolgende “Entspannungsetappe” war sehr anstrengend, weil wir einen Umweg zum Gästehaus der Cabrini-Missionsschwestern machten. Zusätzlich bebte heute beim Frühstück wieder ordentlich die Erde. In Rieti war die Hauptbrücke gesperrt, überall Polizei, Medien. Kurz haben wir überlegt, abzubrechen, aber jetzt sitzen wir nach dem Abendessen in unserer Wohnung in Rocca Sinibalda und genießen die Ruhe.
Morgen sind wir am Toranosee und nächtigen bei den Barmherzigen Schwestern in Pozzaglia Sabina.

Schwestern der Barmherzigkeit – diesen Namen verdienen sich die Dienerinnen Gottes in Pozzaglia Sabina wirklich. Wie sie sich um uns 2 arme Pilger angenommen haben war berührend und der Abschied daher besonders herzlich (s.Foto). Über Orvinio und auf einsamen Wiesen- und Almwegen ging es nach Mandela/Vicovaro zum Kloster S. Cosimato – wo sich das  Benedikt-Wunder mit dem  vergifteten Wein ereignet hatte. Trotz Reservierung wollte man uns dort nicht aufnehmen. In dieser Notsituation – wir waren nach 26 km und vielen Höhenmetern ziemlich abgekämpft – rettete uns Marzia, “amica” des Cammino. In ihrem Feb-Inn verbrachten wir die letzte Nacht vor Subiaco.

Die Ankunft am Ziel unserer Pilgerwanderung war sehr emotional. An der alten Brücke S. Francesco reichten wir uns nach 180 km die Hände. Danke, Franz für die freundschaftliche und geduldige  Begleitung. Enttäuschend war der Abschluss oben am Kloster S. Scolastica: Trotz telefonischer und persönlicher Vorsprache war niemand bereit, uns den Pilgerstempel außerhalb der Öffnungszeiten zu geben. Trotzdem überwiegt bei Weitem, wertvolle Erfahrungen vom Cammino di S. Benedetto mitnehmen zu können.