Familienpilgertag auf dem Benediktweg von Reichenfels nach Bad St. Leonhard

Auf Initiative von Christian Baumgartner, Pilgerbegleiter auf dem Benediktweg, hatten sich 16 Jugendliche aus der Pfarre Reichenfels in den letzten Monaten im Zuge ihrer Firmvorbereitung mit dem Thema „Pilgern“ auseinandergesetzt.  

Am Samstag, 24. April war es soweit: Gemeinsam mit Familienangehörigen gab es am Platz beim Jakobusbrunnen eine erste Zusammenkunft, wo sich die Teilnehmer  nach einer kurzen Andacht und dem Pilgersegen durch Pfarrer Nirmal Yarramalla  auf den Weg Richtung St. Peter begaben. Dort wurden sie schon von Mesner Johannes Mostögl mit dem Kirchenschlüssel erwartet, der viel Interessantes über die Kirche zu erzählen wußte. Danach brachte Christian Baumgartner Grüße von P. Siegfried Stattmann, dem geistlichen Begleiter des Benediktwegs zu Gehör.

Weiter ging die Pilgerwanderung zu einer Wegkreuzung, wo sie von Karl Sattler (einen engagierten Pfarrgemeinderat) erwartet wurden. Beim Bildstock legten die Firmlinge Steine ab, welche sie bei einem Vorbereitungsmodul bemalt hatten.

Entlang des Quellenwegs Q1  ging es dann weiter bis zum Schloß Lichtengraben, wo nach einem weiteren Impuls eine Stärkung für die Teilnehmer angeboten wurde. Pfarrer Nirmal segnete das Brot, welches im Anschluß bestrichen mit Bauernbutter verspeist wurde. Gestärkt wurde die letzte Etappe in Angriff genommen, welche mit einer Andacht in der Kunigundekirche in Bad St. Leonhard ihren Absschluß fand.

Allen, die daran mitgewirkt haben, gilt unser aufrichtiger Dank!

Beitrag von P. Siegfried:

Jede liturgische Feier – alles, was für uns im Leben Bedeutung hat – verbinden wir mit dem Kreuzzeichen, dem Zeichen, das uns sammelt und uns mit dem österlichen Geheimnis der Erlösung verbindet. Es ist für uns das Zeichen – dem wir vertrauen, und es vermittelt uns Schutz und lässt uns etwas von Geborgenheit und Verständnis spüren. Es ist für uns auch ein Zeichen der Liebe und Verbundenheit.

Christus hat uns mit seinem Leben eine Liebe vorgelebt, die vollendete Hingabe zeigt und er ist seinen Weg konsequent gegangen und hat auch alle ihn gestellten Herausforderungen angenommen. Sein volles Vertrauen zu Gott seinem Vater gab ihm so viel Kraft, dass er durchgehalten konnte – auch wenn es menschlich kaum noch  fassbar war.

Seit Jesu Tod und Auferstehung symbolisiert das Kreuz nicht nur Scheitern und Tod, nicht nur das Schwere und Dunkle im Leben von uns Menschen, sondern zugleich Erlösung, Triumph, Sieg und Überwindung.

Auf dem Turm der Kirche – in der ihr euch gerade befindet – hat das KREUZ  – für einige von euch vielleicht überraschend – zwei Querbalken und ihr habt euch vielleicht schon gefragt WARUM?

Man kann die beiden Querbalken durchaus sehr vernünftig deuten: der eine Querbalken steht für den menschlichen Körper – und jeder weiß, dass unser Körper durchaus sich oft großen Herausforderungen stellen muß: um ein sich gestecktes Ziel zu erreichen, muß man oft viel an körperlichen  Einsatz einbringen, so wie Pilger von einem Ort aufbrechen und dann eine Strecke zurücklegen – die von uns Menschen oft viel Krafteinsatz verlangt; aber wie glücklich sind wir, wenn wir das Ziel erreichen – dann hat sich der Einsatz gelohnt. Das PILGERN will uns tatsächlich verständlich machen, dass es sich im Leben lohnt: sich ZIELE zu setzen – und mit dem vollen Einsatz nicht zu geizen und nicht zu kleinlich zu sein….es lohnt sich, nicht aufzugeben, auch wenn´s manchmal sehr anstrengend ist und man sich körperlich wirklich abmühen muß.

Der zweite Kreuzes-Balken steht für die menschliche Seele, für das, was unser menschliches Innenleben ausmacht…..und das versteht jeder, was damit gemeint ist. Es ist das, was uns in unserem Inneren oft antreibt – dass wir in unserem Leben etwas KONKRET-VERWIRKLICHEN. Wenn wir Menschen uns auf einen PILGERWEG begeben, dann drängt uns unser INNERES, dass wir diesen Weg mit offenen Augen gehen: es lässt uns nicht gleichgültig – was oder wer uns auf diesem Weg begegnet, den gute gelungene Begegnungen lassen unser Leben reifen und weiten unseren Blick. Es lohnt sich, die leiblichen Ohren offenzuhalten für alles was wir mit ihnen wahrnehmen können und wir werden überrascht sein – was sich da alles wahrnehmen können – und noch vielmehr ist es notwendig – beim PILGERN, dass wir unsere Herzen öffnen: denn dann schauen wir die Natur schon ganz anders an – wir freuen uns an ihr – wir entdecken so, dass hinter allem – die fügende und ordnende göttliche Kraft am Werk ist – und dass wir selber ein Teil davon sind und dass diese unsere Welt und die Menschen darauf warten, dass auch wir unseren guten Beitrag einbringen und leisten.

So ist das Kreuz – mit seinem Längsbalken – ein Fingerzeig auf Gott: ACHTE auf die Zeichen seiner Gegenwart und Nähe!

Und die beiden Querbalken sind ein wertvolles Signal :

Die GÖTTLICHE GNADE, die uns geschenkt wird – wenn wir darum bitten, sie führt unseren Leib und unsere Seele zu einer EINHEIT und lässt uns tiefen inneren FRIEDEN erleben und erfahren. GOTTES SEGEN BEGLEITE EUCH AUF EUREM PILGERWEG!