Über Seckau nach Rom

Von Josef Fröhlich | 04.25 Uhr, 09. Juni 2021- Kleine Zeitung-Murtal

Pilgergruppe wirbt für Wiederbelebung der Romea Strata

Promotion-Tour von Krakau in Polen bis Italien soll helfen, den Weg vom Baltikum bis Rom zur offiziellen europäischen Kulturroute zu machen. Seckau liegt auf der Strecke und ist der Kreuzungspunkt mit dem Benediktweg, der von Spital/Pyhrn kommend nach St. Paul im Lavanttal führt.

Die Pilgergruppe mit Abt Johannes Fragner und Bürgermeister Martin Rath (M.) © Josef Fröhlich

“Selbst wer nicht aus religiösen Gründen pilgert merkt: Im Gehen wird vieles wach, der äußere Weg führt auch zu einem inneren”, sagt Johannes Fragner. Der Abt der Benediktinerabtei Seckau empfängt an diesem Dienstagvormittag gemeinsam mit Bürgermeister Martin Rath eine zehnköpfige Pilgergruppe mit einer besonderen Mission. Sie ist auf Promotion-Tour für die “Romea Strata”,  einen historischen Weg vom Baltikum bis nach Rom, der in Vergessenheit geraten war.

Die Wiederbelebung ist ein europäisches Projekt, wie Johannes Maier erklärt: “Das Projekt wird 2022 beim Europarat in Luxemburg zur Zertifizierung als internationale Kulturroute eingereicht.” Maier ist Vorstandsmitglied im Verein “Benedikt Be-Weg-t”, leitet die EU-Koordinationsstelle der Kärntner Landesregierung und ist selbst Teil der Pilgergruppe. Sie wird Freitagmittag in St. Lambrecht erwartet und wandelt damit auf dem Mariazeller Gründerweg. Dieser Weg bildet gemeinsam mit anderen Routen den österreichischen Teil der Romea Strata. Darunter fallen der Jakobsweg Weinviertel, die Via Sancti Martini, der Jakobsweg Wien, die Via Sacra und der Wiener Wallfahrerweg, der Benedikt-Pilgerweg, der Hemmaweg und der Kärntner Marienpilgerweg.

Von Krakau in Polen bis Aquileia

Die Promotion-Tour startete schon am 13. Mai in Krakau und endet am 28. Juni in Aquileia bei Grado. Unterschiedliche Gruppen bestreiten bestimmte Teile des Weges. Seckaus Bürgermeister Martin Rath: “Wir sind als Gemeinde froh, Teil dieses Weges zu sein, weil das Pilgern einem entschleunigten und weichen Tourismus gleichkommt.” Es handle sich um ein “Kontrastprogramm in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss.” Neben den Gemeinden wollen die Initiatoren auch die jeweiligen Tourismusverbände als Unterstützer gewinnen.

“Pilgern ist ein Kontrastprogramm in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss.” Martin Rath, Bürgermeister von Seckau

Am Wochenende geht es von St. Lambrecht weiter auf dem Hemmaweg nach Gurk, am 19. Juni überschreiten die Pilger die Grenze nach Italien. Es geht nach Tarvis und Camporosso und auf den Monte Lussari. Ziel ist am 28. Juni Aquileia, wo es einen großen Abschlussgottesdienst gibt. Interessierte Pilger können die Gruppe auf ihrem Weg nach vorheriger Anmeldung begleiten. Zeitpläne und Kontaktnummern finden sich online unter benedikt-bewegt.at.