Romea Strata Promotion-Tour – Pilgern vom Feinsten in internationaler Vernetzung

Eine durchschnittlich zehnköpfige Pilgergruppe, organisiert über den Verein „Benedikt be-WEG-t“, nahm vom 31. Mai bis 11. Juni 2021 an der „Romea Strata Promotion Pilgertour 2021“ teil. Die Pilgerinnen und Pilger gingen den berühmten Mariazeller Gründerweg – in umgekehrter Richtung – von Mariazell nach St. Lambrecht, legten dabei 222 km zurück und erklommen insgesamt 8.610 Höhenmeter. Herrliches Wetter, schöne Landschaften, zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten, feierliche Messen und viele spirituelle Impulse sowie eine sangesfreudige Gemeinschaft machten die 12 Tage zu einem einzigartigen Pilgererlebnis.

Christian Baumgartner, ausgebildeter Pilgerbegleiter und Bergwanderführer, organisierte ein reichhaltiges Programm. Schon mit der Morgenmesse im Haus Benedikt und dem Pilgersegen von P. Siegfried Stattmann fuhr die Gruppe zunächst nach Gußwerk und ging über den Siegmundsberg den Staffelpilger*innen, geleitet von Christa Englinger, Vizepräsidentin der Vereinigung Romea Strata, und von Bernhard Krahofer auf der Via Sacra entgegen. Die knapp 30 Pilger*innen wurden dann feierlich vom Bürgermeister und Tourismusverantwortlichen am Vorplatz der „Alma Mater Austriae“ empfangen. Die Pilgerstäbe aus Polen und Tschechien, auch jener aus Niederösterreich gefertigt von Josef Ganzer und Bernhard sowie das ‚goldene Pilgerbuch‘ und die Fahne wurden der neuen Staffel, der Benedikt be-WEG-t Pilgergruppe, übergeben.

Bereichert mit dem Benediktkreuz wurde die Gruppe herzlich von Sylvia Schuster und Christine Schenk in Seewiesen empfangen. Hier, genauso wie in Aflenz mit Maria Zifko, oder in Vorderberg mit Adolf Lampl, der uns durch die erhaltenen Radwerke für die Roheisenschmelze führte, erfuhren die Pilger*innen viel Wissenswertes über Kultur und die jeweilige Geschichte. Höchstpersönlich von den jeweiligen Äbten, P. Johannes Fragner von Seckau, und P. Benedikt Plank in St. Lambrecht bzw. dem Prior P. Gerwig Romirer erhielten wir kulturelle Führungen durch die Stifte und ihren Kirchen. Diese waren unterlegt mit religiösem und spirituellem Tiefgang, sakrale Kunst und Kultur verbunden mit ihrer historischen religiösen Bedeutung erklärt von redegewandten Kirchenmännern, mehr kann man sich nicht wünschen.

Christian Baumgartner bereicherte uns regelmäßig mit spirituellen Impulsen. Der Morgenkreis in einer Kirche, beim nächstgelegenen Bildstock oder auch einmal an einem Ort in freier Natur fehlte an keinem Tag. Die Pilger*innen erhielten auch kleine Aufgaben zur Selbstfindung, das Glockengeläute von Aflenz wurde uns mittels moderner Mittel nachgetragen oder eben täglich das Evangelium in der Früh vermittelt. Und dahinter standen dann auch seine „Engel“ und Helferinnen. Andrea Kammerhofer, Dörflerwirtin und Gemeinderätin in Aflenz, kam uns mit einem vollem Korb entgegen und es gab das 1. „Pilger-Picknick“ tief im Feistringgraben. Drei Jodlerinnen begleiteten uns nach Etmissl, natürlich, um immer wieder Lieder zu singen. Die Andachten und Messen wurden zudem mit den Anstimmen und der Leitung der Gesänge durch den erprobten Chorleiter Hans Kopp und seiner Frau Maria verfeinert, die ja die gesamte Strecke mitpilgerten.

Bürgermeister gaben sich ein Stell-dich-ein: Nach Walter Schweighofer, Mariazell, begrüßte uns herzlichst Hubert Lenger in Aflenz und Walter Hubner in Vordernberg. Bgm. Hubner begleitete uns mit einer Abordnung  von Gemeinderäten*innen persönlich hinauf zum Barbarkreuz. Ebenso nahm Bürgermeister Martin Rath in Seckau und Bürgermeister Fritz Sperl in St. Lambrecht Anteil an unserer Promotion-Tour für die Romea Strata und organisierten herzliche Willkommensevents und sogar Pressekonferenzen. In Seckau erfreuten wir uns eines besonderen Engels: Angela Pichler gemeinsam mit ihrem Gatten Wilhelm bewirtete uns persönlich im Stift, organisierte die Kirchenführung und Konventmesse wie auch die Presse. Die Kleine Zeitung mit Josef Fröhlich und der regionale TV-Sender Kanal 3 Obersteiermark machten herrliche Berichte über die Promotion-Tour 2021. „Angel“ Angela begleitete und führte die Pilger*innen, verstärkt um eine nachgereiste Gruppe aus dem Lavanttal, sogar auf der nächsten Etappe in den Gaalgraben.

Und überall herrliche Natur: Es ging zunächst hinauf auf den Seebergsattel, durch das Tal von Seewiesen mit dem Blick auf die Ausläufer des Hochschwabs, durch das hügelige Aflenzer Becken mit Blick zum Fölzstein, der „Grüne See“ in Tragöß ein Highlight, oder über den durchaus auch anstrengenden Rittersteig zwischen Kammern und Mautern, ein Tag, wo es am Ende der Etappe auch einmal leicht regnete. Für eine kleinere Gruppe bestand die Herausforderung über die Seckauer Alpen hinauf zum Antonikreuz und den Kumpitzstein (1924m) – gleichzeitig der höchste Punkt der Romea Strata Pilgertour zwischen Tschechien und Italien – insgesamt rd. 1800 Höhenmeter zur berühmten Wallfahrtskirche Maria Schnee. Dort trafen wir uns mit den weiteren Pilger*innen und einer großen Abordnung, die von Seckau aus aufstiegen. Almflächen mit herrlichen Wald- und Wiesensteigen fanden die Pilger*innen am Sommerthörl und rasteten bei der lieblichen hölzernen Kapelle Maria Loretto. Weiter ging es von Oberzeiring über den Habring und dann entlang der geschützten Murauen und schließlch durch den Quellgraben von Teufenbach und den weiten Wiesen hinauf nach St. Lambrecht. Letzte Schneeflächen querten die Pilger*in, wo am Rande bereits die Alpenblumen, z.B. der blaue Enzian, blühten.

In den Unterkünften unterschiedlichster Art wurden die Pilger*innen freundlichst aufgenommen und bestens verpflegt. Hans Kopp, unser musikalisches Genie ergriff nicht nur eine Harmonika im Almgasthof Hiaslegg und unterhielt die campenden Gäste sondern stöberte so manche Kapellenglocke auf und spielte schließlich auch kurzerhand die Orgel in der reichen Kirche von St. Oswald.

Die Pilger*innen wurden vielseitig von Kultur und Natur beschenkt und durch die vielen schönen Messen, bei denen die Pilger*innen besonders hervorgehoben wurden, und Christian‘s Impulsen tief spirituell bereichert. Der 222 km lange Weg war selbst ständig Ziel und bleibt ein reiches Erlebnis. Das abschließend von Abt Benedikt gesegnete und überreichte Benedikt-Kreuz wird jeder/m Pilger*in ein Andenken bleiben. Der Romea Strata Gedanke, alte und bestehende Pilgerwege wieder zu beleben, konnte in vielen Gemeinden bewusst gemacht werden. Wir können in jeder Hinsicht eine sehr zufriedene Bilanz über diese besondere Veranstaltung des Vereins Benedikt be-WEG-t ziehen. Ein herzliches Vergeltsgott allen Mitwirkenden, Teilnehmer*innen und Unterstützern auf diesem Weg.

Hannes Maier