Pilgerwanderung von St. Paul nach Montecassino
Obmann Johannes Maier unterwegs von St. Paul nach Montecassino
Den Cammino di San Benedetto zu gehen, war mein Wunsch für den Ruhestand – ein großer Ausdruck der Dankbarkeit für mein Leben. Ich wollte ihn in St. Paul, meiner Heimatstadt, beginnen, wo der Europäische Benediktweg im Jahr 2009 seinen Anfang nahm. Nun bin ich bereits seit dem 16. August 2026 unterwegs und genieße die wunderschönen Wege, die geöffneten Kirchen, Kapellen und Klöster – ganz im Sinne des Mottos „Von Kloster zu Kloster“. Auch der lang ersehnte Regen und natürlich der Geist des heiligen Benedikt sind meine ständigen Begleiter.
Bereits eine Woche seit 16. August unterwegs, 7 von 66 Etappen des Benedikt-Pilgerweges in den Süden von meiner Heimat St. Paul nach Škofia Loka und knapp 140km geschafft. Den Weg selbst kenne ich ja gut, dank Silvio hatten wir ihn 2011 und ab Gornij Grad ab 2015 erkundet und eingerichtet. Und wieder gibt es neue Erlebnisse und Erkenntnisse auf der Pilgerwanderung, die als ein grosses Danke für mein bisheriges Leben gedacht ist. Bisher ganz allein, meist Staunen bei den vielen ‚alten‘ Helfern unterwegs. Herrliche Wegabschnitte, viele offene Türen und vom Geist des Hl. Benedikt begleitet und beschützt. Er hat mit Petrus verhandelt und es gibt nun wieder fast täglich Regen, auch ich konnte das Nass wohldossiert genießen. Unser Motto „Von Kloster zu Kloster“ erfüllt sich auch. Auf den letzten drei Etappen konnte ich im Franziskanerkloster in Kamnik, dann bei den Schulschwestern in Repnje und schließlich bei den Kapuzinern in Škofja Loka dank P. Tomaž, Sr. Ema und P. Matej und P. Jurij nächtigen. Vergeltsgott 🙏
Die 10. Etappe des Benedikt-Pilgerweges von Idrija hinauf zum Mali Golak (1.499 m) und hinunter nach Malovše war meine bisherige Königsetappe: 34 km, 1.700 Höhenmeter im Aufstieg und ebenso viele im Abstieg. Die Strecke war reich an Naturschönheiten: die romantische Idrijca-Schlucht mit ihren „Klavse“, zahlreiche kleine Furten – eine davon mit heilender Wirkung – sowie wunderschöne Waldwege und Pfade.
Die Panoramablicke vom Gipfel waren überwältigend: Im Norden erstreckte sich der Blick bis zu den Alpen, im Süden bis zur Adria. Leider waren beide Berghütten geschlossen. Eine Besonderheit dieser Etappe war, dass ich entlang des gesamten Weges kein einziges Wegkreuz und keinen Bildstock gesehen habe.
Umso schöner war es, im Abendlicht bei der Kirche St. Pavel anzukommen und für diesen wunderbaren Tag Dank zu sagen. Ich gebe zu: Die Etappe war sehr anstrengend und nur mit einem guten Tempo, Proteinriegeln und vielen Pausen zu bewältigen.
In Malovše fand ich schließlich eine Unterkunft im neuen Tanto Apartment. Die ausgesprochen freundliche Familie lud mich sofort in ihren privaten Weinkeller ein – ein wunderbarer Abschluss dieses langen Pilgertages.













