Pilgerwanderreise zu den Passionsspielen in Škofja Loka
Sieben gut gelaunte Pilgerinnen und Pilger machten sich am 11. April frühmorgens auf die Reise und starteten im Frauenkloster Repnje (bei Vodice, Slowenien) ihre nachösterliche Pilgerwanderung nach Škofja Loka. Dort besuchten sie am Abend die einmaligen und beeindruckenden Passionsspiele. Eine Stadtführung, der Besuch der Hl. Messe in der Kapuzinerkirche und eine Wanderung auf den Schlossberg und über die berüchtigte Teufelsbrücke über die Sora sowie ein gutes Mittagessen rundeten die diesjährige Pilgerwanderreise ab.
Nach einer kurzen Andacht in der modernen Kapelle des Klosters Repnje wanderten die Pilgerinnen und Pilger auf der Etappe S07 des Benedikt-Pilgerweges, zunächst zur Kirche Sv. Tilen, die gerade restauriert wird und einer kleinen befestigten Burg mit ihren beiden Türmen gleicht. Beschaulich ging es auf Waldwegen unter den frisch ‚ausschlagenden‘ Bäumen zu Burgruine (Stari Grad) Smlednik, diese bietet einen herrlichen Rundblick durch das Krainer Feld. Der Triglav – nicht aber die Steiner Alpen- zeigte sich wenn auch etwas verhangen.
Steil geht es von der Burg hinunter und entlang der Kreuzwegstationen von Sv. Valburga. Alsbald querten wir die Save und bestaunten bei einem Eis die vielen Schwäne am Stausee Zbilje. Nahezu eben ist der weitere Weg, zunächst ein herrlicher Waldpfad, dann Wiesen- und Ortschaftswege entlang der Dörfer auf dem oberen Plateau des Sora-Tales. In Reteče begrüßte uns Janez Urch Izvir, unser ‚Amici‘ von Škofja Loka, der uns mit seiner Gattin herzlich bewirtete. Er schenkte uns auch einen selbstgemachten Schnaps mit Pfirsichlikör ein. Janez zeigte sich auch um unser Wohlbefinden und die weiteren Reisepunkte in Škofja Loka sehr besorgt und erledigte alles zur besten Zufriedenheit, vielen Dank dafür.
Nach rd. 19km – verwendete ‚Schrittmesser‘ der TeilnehmerInnen zeigten unterschiedliche Längen – erreichte die kleine Pilgergruppe die historische Stadt Škofja Loka (Bischofslack), eine Gründung der Bischöfe von Freising, deren Regentschaft hier bis 1803 dauerte und die Entwicklung der Stadt auf das Engste prägte.
Der Höhepunkt war abends der Besuch der nur alle sechs Jahre von rund 1000 Freiwilligen der Stadt und Umgebung sowie mit rund 80 Pferden inszenierten Passionsspiele. 1721 schrieb ein Kapuzinermönch den Text mit Regieanleitungen. Das in altslowenisch verfasste Spektakel gilt daher als das älteste Regiebuch Europas. Kostüme, Gesänge, Inszenierung an vier Plätzen in der Stadt mittels eines zwei Stunden lang vorbeiziehenden Menschenzuges, gegliedert in rund 25 Szenen, sind so beeindruckend. Man kann das hier nicht beschreiben, man muss es selbst sehen und miterleben.
Der Sonntag war einer gemütlichen Stadtführung gewidmet, wobei die Führerin mit uns ihre Probleme hatte. Wir sahen alle an jeder Ecke noch viele kleine Besonderheiten, die auch fotografiert werden mussten. Eine besondere Ausstellung, die die Szenen der Passion in Klöppelwerken und Technik darstellen, riss uns ebenfalls in den Bann. Für ein Werk sind rd. 1000 Stunden Klöppeln von mehreren Frauen erforderlich.
Im Kapuzinerkloster, in deren Bibliothek heute noch eine Kopie des Passionsspiels aufbewahrt wird, besichtigten die Pilgerinnen und Pilger zunächst die P. Pius Kapelle und nahmen in der vollbesetzten Kirche an der Hl. Messe teil. Dort wurden sie von Br. Jurij Štravs herzlich begrüßt. Br. Jurij feierte an diesem Tag mit der Kirchengemeinde auch seinen 50-igsten Geburtstag. Unsere Pilgergruppe fand sich nach der feierlichen Messe ebenfalls mit einem spontanen Ständchen ein.
Nach dem guten Mittagessen in der Gostilna Inglič führte uns der ‚Verdauungsspaziergang‘ noch auf den Schlossberg mit dem herrlichen Ausblick über die Region und über die „Teufelsbrücke“ über die „Poljaner Sora“, eine Sehenswürdigkeit in Škofja Loka.
Ebenso gut gelaunt und mit vielen schönen Eindrücken kehrte die Gruppe über den Loiblpass wieder gut nach Kärnten heim.
Hannes Maier, 15. April 2026





















































